Die Pfarrkirche St. Rochus prägt seit mehr als zwei Jahrhunderten das Ortsbild von Bruch. Ihre Geschichte reicht von der mittelalterlichen Kapelle bis zur heutigen Pfarrkirche.

ST. ROCHUS · BRUCH
Kirche mit langer Geschichte
- 1169: erste urkundliche Nennung eines Priesters von Bruch
- 1226: erste urkundliche Erwähnung einer Kirche
- 1805: Bruch wird zur eigenständigen Pfarrei
- 1807: Baubeginn der heutigen Pfarrkirche
- 1872–1874: Erweiterung von Kirchenschiff und Turm
Von der Kapelle zur eigenständigen Pfarrei
Schon 1169 wurde ein Theoderich als „Priester von Bruch“ urkundlich genannt. Eine Kirche in Bruch erscheint 1226 in einer Urkunde des Trierer Domkapitels. Im ersten Kirchenverzeichnis von 1350 wird eine Filialkirche genannt, die der Pfarrei Dreis zugeordnet war. Auch die Visitationsakten von 1569 und 1669 führen Bruch und Gladbach als Filialen der Pfarrei Dreis auf.
Der Pfarrer von Dreis war verpflichtet, an Christi Himmelfahrt und Gründonnerstag in Bruch Gottesdienst zu feiern. Dafür gewährte ihm der Burgherr einen Imbiss. Bei der damaligen Kapelle handelte es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um die um 1300 entstandene Burgkapelle. Bis 1808 gehörte sie zur Pfarrei Dreis.
Bereits 1745 bemühte sich Bruch um die Selbstständigkeit als Pfarrei. Diese wurde jedoch erst möglich, nachdem die politischen und kirchlichen Verhältnisse Europas grundlegend neu geordnet worden waren. Das Konkordat zwischen Napoleon Bonaparte und Papst Pius VII. von 1801 trat 1802 in Kraft. 1803 wurde Bruch als Sukkursalpfarrei dem Kanton Dudeldorf und der Hauptpfarrei Speicher in der Diözese Metz zugeordnet.
1805 wurde Bruch schließlich zur Pfarrei erklärt. Zu ihr gehörten zunächst Gladbach, Niersbach und Greverath; ab 1808 blieb Gladbach als Filiale. Nach dem Wiener Kongress kamen die linksrheinischen Gebiete zu Preußen. 1817 wurde die Pfarrei Bruch mit Gladbach wieder dem Bistum Trier angeschlossen. Später gehörte sie nacheinander zu den Dekanaten Wittlich, Piesport und Klausen.
Bau und Erweiterung der Pfarrkirche
Mit der Selbstständigkeit der Pfarrei lag der Bau eines eigenen Gotteshauses nahe. Die vorhandene Burgkapelle befand sich in Privatbesitz; eine Gemeindekapelle gab es nicht. So begannen die Brucher 1807, in einer Zeit nahezu ruhender Kirchenbautätigkeit, mit dem Bau ihrer Pfarrkirche. Das Gotteshaus wurde aus dem Vermögen und mit der Arbeit der Einwohner errichtet – ein Umstand, den das Inventarium von 1823 ausdrücklich hervorhebt.
Die Gemeinde wählte eine felsige Anhöhe unterhalb des Galgenbergs. Seitdem thront St. Rochus über einem großen Teil des Dorfes. Der ursprüngliche Bau war ein schlichter Saalbau, dessen Mauerwerk überwiegend aus Bruchsteinen besteht.
Von 1872 bis 1874 wurde die Kirche erweitert: Die wachsende Bevölkerung benötigte mehr Platz, zugleich war der westliche Giebel baufällig. Das verlängerte Kirchenschiff, die Seitenkapelle, die Empore und der hohe, von der Front abgerückte Glockenturm schufen zusätzliche Plätze. Sandsteine am Sockel und vor der Kirche erinnern bis heute an das damals florierende Töpferhandwerk. Auch diese Baumaßnahmen finanzierte die Gemeinde ohne Unterstützung des Staates oder der Domkirche.

Der heilige Rochus
Warum die Brucher den heiligen Rochus zu ihrem Schutzpatron wählten, lässt sich heute nicht mehr eindeutig nachvollziehen. Wahrscheinlich spielte seine große Verehrung als Schutzheiliger gegen die Pest eine entscheidende Rolle.
Sehenswert im Kirchenraum
Nach mehreren Umgestaltungen präsentiert sich die Kirche heute mit zahlreichen kunst- und ortsgeschichtlich bedeutsamen Ausstattungsstücken:
- Hochaltar aus dem Jahr 1908
- barocke Kanzel aus dem Jahr 1816
- reich verzierter Beichtstuhl aus dem 18. Jahrhundert
- um 1700 gefertigte Pietà
- von Pfarrer Schröder gestiftete Orgel
- Marienaltar
- rundbogige Nazarenerfenster
ZUM WEITERLESEN
Festschrift „200 Jahre Pfarrkirche Bruch“
Die zum Jubiläumsjahr 2007 erschienene Festschrift enthält ausführliche Informationen zur Geschichte und Ausstattung der Kirche.